Mit der „Aëlla“ zu den Olympischen Spielen

EM-Dritte Malte Winkel/Matti Cipra lassen am Rande des Schweriner Herbstpokals ihre neue 470er Jolle taufen

Die Siegerehrung der Optimist-Klassen beim 29. Schweriner Herbstpokal am Sonntagnachmittag wurde garniert mit zwei Höhepunkten: der alljährlich von den Kids sehnlichst erwarteten Tombola und einer waschechten Bootstaufe. Die EM-Dritten Malte Winkel und Matti Cipra nutzten den Anlass, ihre neue 470er Jolle standesgemäß zu Wasser zu lassen. „Wir wollten das unbedingt hier machen. Aus Verbundenheit zum Herbstpokal, den ja auch wir früher mitfuhren, und als Dank für die rührigen Veranstalter. Und dann auch, um den Kindern hier einen Anreiz zu liefern, ihnen zu zeigen, wohin es auch für sie gehen kann, wenn sie dranbleiben“, sagte Steuermann Malte Winkel.
Amazone der griechischen Mythologie

Mit einer kleinen Sektdusche taufte die 13 Jahre alte Opti-Seglerin Elisabeth Rabe vom Schweriner Yachtclub das Boot auf den Namen „Aëlla“ und wünschte ihm traditionsgemäß immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Aëlla – gesprochen: Aila und übersetzt: die Windsbraut – ist eine Amazone der griechischen Mythologie, die ihren Namen ihrer Schnelligkeit wegen erhielt.

Und schnell sein soll das neue Boot, so schnell, dass es die beiden Mecklenburger zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio trägt.

Gesponsert hat die mehr als 20 000 Euro teure und eineinhalb Jahre nach der Bestellung fertiggestellte Hightech-Jolle der Schweriner Yachtclub. „Wir beide – Matti startet ja für den Plauer Wassersportverein – sind meinem Verein sehr dankbar, dass er uns mit dem Boot das perfekte Sportgerät in die Hand gibt, um unseren Olympiatraum wahr werden zu lassen“, sagte Steuermann Malte Winkel.

Beide haben für ihre Wettkämpfe auf den Segelrevieren rund um die Welt übrigens schon aus rein logistischen Gründen immer zwei Boote im Besitz – aktuell eine von 2015 und eines von 2016. „Im allgemeinen fährt man zwei Jahre auf so einem Boot. Dann ist es zumindest für den Hochleistungssport runter, wird ,weich‘ an entscheidenden Teilen, wie wir sagen. Deshalb soll unser älteres Boot jetzt auch ausrangiert werden.“

Noch aber ist das neue Boot nicht wirklich regattafertig. In zwei Wochen fahren Winkel/Cipra mit ihm nach Italien. Dort wird es dann wettkampftauglich gemacht. „Dafür werden wir ungefähr eine Woche daran herumhandwerkern, bis alles stimmt“, rechnet Malte.

Wann die Jolle dann ihr Wettkampfdebüt erlebt, wissen beide noch nicht genau. „Möglicherweise werden wir in Italien schon mal eine kleine Regatta segeln“, verrät Vorschoter Matti: „Aber seine Top-Performance soll das Boot bei der WM im Juli 2019 in Japan liefern. Da geht es dann um die Olympiatickets.“