Jetzt offiziell: L30 ist das Mixed-WM-Boot auf Olympia-Kurs

Was YACHT online bereits vor zwei Wochen berichtete, hat World Sailing nun bestätigt: Die L30 ist – vorerst – das Boot der Wahl für olympische Mixed-Seesegler

Der Weltseglerverband World Sailing hat heute bestätigt, dass Rodion Lukas L30 das neue olympische Mixed-Offshore-Seesegeln in die Zukunft tragen soll. Die für Olympia 2024 neu ins olympische Segel-Programm gewählte Disziplin wird in den kommenden Jahren ihre Weltcup-Serie auf den 30-Fuß-Kielbooten austragen. Das kündigte heute der Weltseglerverband an. Demnach wurde die L30 als offizielles Boot für die World Sailing Offshore Weltmeisterschaft ab 2020 ausgewählt.

Die L30 ist ein modernes und leichtes OneDesin-Boot mit guten Regatta-Eigenschaften. Nach Ansicht der Entscheider im Weltseglerverband „das perfekte Boot für die Weltmeisterschaft“. Die Einheitsklasse soll gewährleisten, dass die Segler auf Augenhöhe gegeneinander antreten. Gastgeberin der ersten Offshore-WM wird im Oktober 2020 die Hafenstadt Valletta auf Malta sein.

Das Konzept der L30 hat der olympische Medaillengewinner und Volvo-Ocean-Race-Teilnehmer Rodion Luka entwickelt. Für die Linien des Bootes, das auf Kurs Olympia von Zweihand-Mixed-Teams gesegelt werden soll, zeichnet Designer Andrej Justin verantwortlich, der in Zusammenarbeit mit Russell Coutts einst auch die RC44 entworfen hat.

Die Weltmeisterschaft 2020 ist als Mixed-Wettbewerb mit Booten aus 20 Ländern geplant. Jeweils ein Mann und eine Frau treten auf einem Boot gegen die Konkurrenz an. Die Boote sollen von den teilnehmenden Nationen gechartert werden. Eine Woche vor Beginn der WM werden die gestellten L30-Yachten den Teilnehmern im Losverfahren zugeteilt. Dann können sich die Athleten auf die Welttitelkämpfe vorbereiten. Die WM wird parallel zum Rolex Middle Sea Race ausgetragen. Laut Weltseglerverband kann es sein, dass die WM-Teilnehmer den gesamten oder aber auch nur einen Teil des Kurses des Regatta-Klassikers absegeln werden. Experten können sich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer vorstellen, dass die Zweihand-Crews auf den 30-Fuß-Booten das komplette 606 Seemeilen lange Rennen um Sizilien, Favignana, Pantelleria und Lampedusa absolvieren. Weitere Informationen zum Qualifikationsmodus und zum WM-Format soll es „zu gegebener Zeit“ geben. Die Wahl der L30 als WM-Boot bedeutet noch nicht automatisch, dass die L30 auch bei Olympia 2024 selbst gesegelt wird. Diese Entscheidung steht noch aus.

Zur Vorbereitung können L30-Yachten in diesem Sommer in Europa gechartert werden. Wer schneller durchstarten will, als ein eigenes Boot möglicherweise zu haben oder zu finanzieren ist: Die Klassenvereinigung vermittelt Charter-Boote und kann entsprechend hier kontaktiert werden. Weil der Kaufpreis für L30-Yachten jenseits von 100.000 Euro liegt, dürfte es ohnehin eine Weile dauern, bis nennenswert viele Olympia-Crews, Vereine oder Verbände selbst über solche Boote verfügen.

Kim Andersen, Präsident des Weltseglerverbandes, sagt: „Die L30-Klasse teilt unsere Ambitionen, dem Zweihand-Seesegeln global zu Wachstum zu verhelfen. Das Boot ist für die Anforderungen an das Seesegeln gut gestaltet und wird den Seglern im kommenden Jahr in Malta vor eine anspruchsvolle Herausforderung stellen.“ Laut World Sailing haben eine Reihe prominenter Segelprofis das Boot bereits getestet, darunter Volvo-Ocean-Race-Gewinner Charles Caudrelier (Frankreich), Volvo-Ocean-Race-Seglerin Abby Ehler (Großbritannien) und der fünfmalige olympische Medaillengewinner und Doppel-Olympiasieger Torben Grael (Brasilien). Ihr Feedback sei von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung des Bootes gewesen. Rodion Luka sagt: „Unser Team ist stolz darauf, ein technischer Partner von World Sailing zu sein. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir den Sport auf ein neues Niveau bringen können.“