Golden Globe Race: Diese sechs Segler sind noch dabei

Mit dem Australier Marc Sinclair hat noch ein Teilnehmer die Regatta um die Welt auf alten GFK-Yachten verlassen. Wie steht es um die Skipper, die noch segeln?

Nachdem am vorgestrigen Mittwoch der australische Skipper Mark Sinclair bekanntgab, das Golden Globe Race zu verlassen, segeln aktuell nur noch fünf der ursprünglich 18 Skipper zurück in Richtung des Ausgangshafens Les Sables d’Olonne. Ein weiterer repariert unterdessen in Australien und will am Montag wieder aufbrechen.

Der 60-jährige Sinclair hatte vor einigen Tagen seine Heimat Adelaide in Australien aufgrund von Wassermangel anlaufen müssen. Zudem bremste ihn – wie einige weitere der Segler auch – starker Bewuchs durch Entenmuscheln am Unterwasserschiff.

Seit der Passage des Kaps der Guten Hoffnung war Sinclair immer weiter zurückgefallen und hatte sich, wie er selbst sagt, oft in Flauten festgefahren. All dies seien die Gründe, nach dem jetzigen Stopp in Australien die zweite Hälfte der Weltumsegelung nicht mehr anzugehen.

Da waren’s nur noch sechs

Bereits jenseits von Kap Hoorn, wieder zurück im Südatlantik, liefern sich Jean-Luc Van den Heede und Mark Slats einen Zweikampf auf Distanz. Zwar trennen noch über 900 Seemeilen den führenden Franzosen vom derzeit zweitplatzierten Niederländer Slats. Doch Van den Heede muss sein Rigg schonen, seit bei einem Knockdown im Pazifik die Aufhängung seiner Unterwanten beschädigt wurde. Er hatte sich gegen einen Reparaturstopp entschieden, der ihn die Siegchancen gekostet hätte. Nun muss er aber mit angezogener Handbremse segeln.

Der 41-jährige Slats kann indes das Potenzial seiner Rustler 36 auf dem Kurs mit vorherrschenden Gegenwinden zurück nach Frankreich noch voll ausreizen. Dennoch wird es schwierig für ihn, den erfahrenen Van den Heede einzuholen.

Der Nächste, der Kap Hoorn in etwa einer Woche runden kann, ist der Este Uku Randmaa. Der 55-jährige erfahrene Regattasegler ist bereits von 2011 bis 2012 allein um die Welt gesegelt, damals allerdings mit Stopps. Randmaa segelt wie Jean-Luc Van den Heede und Mark Slats eine Rustler 36 von Holman & Pye.

Der nächste Sturm zieht auf

Die Position des an vierter Stelle segelnden Istvan Kopar gibt Grund zur Sorge, da ein Sturmtief auf seine Position im Südatlantik zuzieht, das ihn in den nächsten Stunden erreichen wird.

Wie der Veranstalter bekanntgab, wurde der Skipper aus den USA informiert und gewarnt und hat seinen Kurs so stark nach Süden geändert, dass er aktuell sogar in der No-Go-Zone südlich von 46 Grad Süd unterwegs ist. Der 65-jährige Kopar wurde in Ungarn geboren und ist in den neunziger Jahren bereits ohne GPS-Unterstützung um die Welt gesegelt.

Bewuchs, der bremst

Tapio Lehtinen steht knapp über 2000 Seemeilen hinter Kopar im Südpazifik. Dem finnischen Skipper und ehemaligen Whitbread-Teilnehmer setzen Entenmuscheln am Unterwasserschiff zu und bremsen das Vorankommen seiner Gaia 36 von Sparkman & Stephens.

Igor Zaretskiy nutzt seinen Hafenaufenthalt in Albany in Westaustralien gar dazu, seinen stark bewachsenen Rumpf an Land von dem Bewuchs zu befreien. Wegen eines defekten Vorstags hatte er den Hafen angesteuert – in wenigen Tagen will der russische Skipper wieder aufbrechen. Er würde dann allerdings nur noch in der sogenannten „Chichester-Klasse“ für diejenigen Teilnehmer geführt, die die Nonstop-Weltumsegelung einmal unterbrochen haben.

Susie Goodall bald an Land

Die britische Golden-Globe-Skipperin, die in der vergangenen Woche von einem Frachter im Pazifik aufgenommen worden war, nachdem ihre Rustler 36 im Sturm durchgekentert war und ihr Rigg verloren hatte, wird bald wieder an Land gehen können. Das Schiff, die „Tian Fu“, wird sie voraussichtlich am morgigen Freitag in der südchilenischen Hafenstadt Punta Arenas absetzen.