Deutscher Touring Yacht-Club will in Segel-Bundesliga verjüngt zurück zum Erfolg – falls Saison stattfindet

Der Deutsche Touring Yacht-Club will mit einer Verjüngung an seine Meisterjahre anknüpfen. Wegen der Corona-Pandemie ist der Bundesliga-Auftakt aber erst mal vertagt

Tutzing –In dieser Saison werden die Bundesliga-Segler des Deutschen Touring Yacht-Clubs schneller unterwegs sein als in den zwei Jahren zuvor – zumindest auf dem Asphalt. Der neue Sponsor Alpina hat den Tutzingern eine aufgemotzte Zugmaschine auf den Hof gestellt, die es in der Spitze selbst mit einem Sportwagen aufnehmen kann. In einer Pressemitteilung schwärmt der Klub von der „überragenden Fahrdynamik“, den „überzeugenden Detaillösungen“ und der „Exklusivität“.

Diese Attribute konnte das Team des DTYC im vorigen Jahr nicht für sich reklamieren. Egal, welche Crew die Tutzinger zu den Spieltagen entsandten, mit überragender Fahrdynamik konnten sie nie bestechen. In der vergangenen Saison erlitt der DTYC gleich zum Auftakt in Starnberg einen Totalschaden. Danach lief der Motor wie schon im Jahr davor nur auf halber Kraft.

Überzeugende Detaillösungen wie sie noch in der Ära von Sportchef Michael Tarabochia und Trainer Norbert Wagner zu bestaunen gewesen waren, lieferte der Klub keine mehr. Nach zwei Deutschen Meisterschaften und dem Gewinn der Sailing Champions League haftete dem Team nichts Exklusives mehr an. Er war gewöhnlich geworden.

DTYC ärgert sich immer noch über miese Vorsaison

„Ich ärgere mich immer noch“, gibt Maximilian Weiss zu, wenn er die Ergebnisse seiner Mannschaft aus dem vergangenen Jahr analysiert. „Es wäre wesentlich mehr drin gewesen.“ Von einer Krise mag der Teammanager erst gar nicht sprechen. Es steht außer Zweifel, dass er und sein Kollege Patrick Follmann sowie ihre Gefährten segeln können. Das haben sie oft und lange genug bewiesen.

Nur haben sich ihre Schwerpunkte in der Lebensplanung verschoben. Die Topleute des DTYC sind inzwischen berufstätig oder haben eine Familie gegründet. „Wir haben einfach nicht mehr die Zeit“, räumt Weiss ein.

Sukzessive Verjüngung soll Erfolg nach Tutzing zurückbringen

Der Klub hat aus der Entwicklung seiner Segler nun die Konsequenzen gezogen. Der Weg führt zurück zu den Wurzeln des Teams, das von Tarabochia und Wagner so konzipiert wurde, um dem hochtalentierten eigenen Nachwuchs die Gelegenheit zu geben, sich auf Spitzenniveau mit den nationalen Segel-Assen zu messen.

„Nachdem es in den beiden vergangenen Spielzeiten der Segel-Bundesliga aus sportlicher Sicht nicht so gut gelaufen ist wie erhofft, wird das Team sukzessive verjüngt“, kündigt der Verein an. In den Fokus geraten daher jüngere Semester, denen es leichter fällt, Schule oder Studium mit den Anforderungen in der Segel-Bundesliga zu koordinieren.

Corona-Pandemie: Auftakt der Segel-Bundesliga verlegt

Allerdings ruht wegen der Corona-Pandemie momentan die Vorbereitung auf die neue Saison, deren Start auf dem Chiemsee vorerst vom 8. Mai auf den 27. Juli verschoben wurde. Alle Termine am Gardasee wurden abgesagt. Training vor der eigenen Haustür war wegen der Ramsar-Konvention zum Schutz der Wasservögel auch nicht möglich. Nachdem der Katastrophenfall in Bayern ausgelöst wurde, ist das Klubgelände ohnehin für alle sportlichen Aktivitäten gesperrt.

Ein Ziel haben sich die Tutzinger dennoch gesetzt, sollte die Saison irgendwann gestartet werden. Ein Platz unter den ersten Sechs soll es in diesem Jahr werden, zu dem auch Lena Stückl beitragen will, die wieder ins Team zurückkehrt. Allerdings hatte der Deutsche Touring Yacht-Club dieses Ziel auch in den vergangenen beiden Jahren formuliert.

Vielleicht gelingt es heuer auch durch das neue Gefährt, die eigenen PS besser aufs Wasser zu bringen. Mit knapp 400 Pferdestärken fehlt es da an nichts – zumindest auf dem Asphalt.