Dänen schränken ihre Fahrtensegler kaum ein – Törn mit Delfin

Die Dänen schätzen die vom Segeln ausgehende Gefahr geringer ein, als in Deutschland. Beim Wochend-Törn im Svendborgsund durfte sich der dänische Skipper Erik Jakobsen über Delfin-Besuch freuen.

In Dänemark wurde relativ schnell auf die Corona-Krise reagiert. Das Land schloss schon am 14. März die Grenze zu Deutschland und schloss zwei Tage später Schulen. Bisher gab es unter den 5,8 Millionen Einwohnern nur 418 Todesfälle. Das Land profitiert davon, dass Ministerpräsidentin Frederiksen schnell zu harten Maßnahmen griff.

Ein rigides Verbot des Segelns gehörte nicht dazu. Und dennoch – hiesige Politiker mögen sich wundern – scheinen die Nachbarn relativ glimpflich durch die Krise zu steuern. Seit dem 15. April sind Kindergärten und Schulen für die Schüler bis zur fünften Klasse wieder geöffnet. Am 20. April folgten unter anderem Gerichte, Friseure, Masseure und Fahrschulen.

Segeltörns mit der eigenen Yacht waren kaum eingeschränkt. So mag ein wenig Neid aufkommen wenn Erik Jakobsen einen Video-Beitrag am Wochenende im Svendborgund präsentiert, in dem er die Begegnung mit einem Delfin dokumentiert. Dabei soll es sich um “Delle” handeln, der den Dänen schon seit einigen Jahren regelmäßig einen Besuch abstattet.

Nur die Sanitäranlagen sind geschlossen

Jakobsen erklärt auf SR-Nachfrage, wie sich die Situation für Fahrtensegler in seinem Land darstellt. Es gebe nur die Einschränkung, dass die Sanitäranlagen in den Häfen geschlossen sind. Deshalb sei es nun erlaubt, auch im Hafen die im Boot vorhandene Toilette zu verwenden – auch wenn man keinen Fäkalientank hat. Ausnahmsweise dürfe im Hafen abgepumpt werden.

“Ansonsten gelten die generellen Corona-Regeln. Abstand halten und nicht mehr als 10 Personen in eine Gruppe usw. ” Einige Insel-Behörden hatten zu Beginn der Krise Gastlieger verboten. Das sei nun aber nicht mehr der Fall. “Wir können die Inseln wieder anlaufen – zumindest südlich von Fyn. Das weiß ich sicher. Woanders mag es andere Bestimmungen geben.”

Die Segler hätten kurz vor Ostern speziell im Ministerium für Gesundheit nach Verhaltensvorschriften für sich gefragt. Glücklicherweise war der Ansprechpartner im Ministerium ebenfalls Segler. “Er wusste, wie das ‘Wegel-Leben’ so ist und wie man sich normalerweise im Hafen verhält.” Er habe auf die Anfrage geantwortet: “Sofort losfahren! Besser als auf einer Segelyacht kann man sich nicht gegen den Virus isolieren.” Seitdem seien wieder mehr Yachten unterwegs. Und “Delle” hat ausreichend Spielkameraden.