Segeln auf kleinen Booten

(wy) - Große Yachten sind natürlich etwas wunderbares, aber sie kosten auch viel Geld. Vor allem wenn man jung ist, wird oft der Geldbeutel nicht für ein großes Schiff reichen. Echte Seemannschaft ist jedoch auch auf kleinen Booten möglich und vor allem eignen diese sich sehr gut dafür das Segeln richtig zu erlernen.

Mein erstes eigenes Boot beispielsweise war ein Klepper Youngster, ein Boot das eigentlich für zwei Jugendliche gedacht ist. Ich konnte es 1991, kurz nachdem ich segeln gelernt hatte, samt Trailer für damals 600 DM erwerben und besitze es übrigens heute noch.

Auf alten Pferden lernt man das Reiten und auf kleinen Booten das Segeln (Bild: Johann-Nikolaus Andreae. lizensiert nach CC)

Mit einer gebrauchten Jolle wird das Segeln nicht nur auch bei nicht allzu üppiger Daumenbreite bezahlbar, sondern man kann es auch in seiner ursprünglichen Form erleben. Da eine Jolle keinen Ballastkiel besitzt, müssen der oder die Segler den Druck des Windes auf die Segel mit Ihrem Körpergewicht ausbalancieren. Dies hilft dem Segler dabei, ein Gespür dafür zu bekommen, was der Wind mit dem Schiff macht.

Der Youngster lässt sich sehr gut von einer Person segeln, trägt aber auch durchaus zwei Erwachsene. Außerdem kann man ihn auch ohne weiteres allein ins Wasser und wieder herausbringen sowie auf- und abriggen. So konnte ich mit diesem kleinen Schiffchen hinter meinem Auto wann immer ich Lust hatte ganz alleine losziehen und an einem Gewässer meiner Wahl segeln. Andererseits konnte ich aber auch eine zweite Person mitnehmen, um meine Seemannskünste auch einmal jemandem vorzuführen.

Mit einem kleinen Boot lernt man das Segeln in seiner grundlegenden Form. Im Grunde lässt sich auch mit einem Cat-Boot Segeln lernen und viel erleben. Aber wenn man zusätzlich noch eine Fock hat, kann man auch etwas darüber lernen, wie die übliche Kombination aus Vor-und Großsegel zusammenarbeitet. Im Prinzip verhält sich ein kleines Boot genauso wie ein großes Segelschiff, so dass man alles Entscheidende lernt.

Auf einem kleinen Boot wie dem Youngster gibt es keine schweren Teile, wie etwa einen großen Baum, der einen bei einer Patenthalse erschlagen könnte. Es müsste schon sehr dumm zu gehen, wenn man sich beim Segeln auf einer Jolle ernsthaft verletzen wollte. Das schlimmste was einem im Normalfall passieren kann, ist dass man im Wasser landet. Für diesen Fall sollte man natürlich immer eine Schwimmweste tragen. Und natürlich sucht man sich für die ersten Versuche mit einer Jolle warmes Wetter aus, so dass man in Badehose oder Badeanzugsegeln kann. Dann tut auch ein wenig Wasser, welches gerne unten im Schiff steht, dem Segelspaß keinen Abbruch.

Auf einem großen Schiff wird man am Anfang natürlich nur mitsegeln. Dann führt man bei einem Manöver nur einen bestimmten Teil der dazu notwendigen Handgriffe aus. Dieses Teamwork ist natürlich eine nicht nur für den seemännischen Teil des Lebens wertvolle Erfahrung. Allerdings bekommt man dabei nicht so gut einen Überblick über den Zweck und Ablauf der verschiedenen Segelmanöver. Wenn man hingegen auf seinem eigenen kleinen Boot segelt, ist man selbst Kapitän, Matrose und Schiffsjunge in einer Person. Man muss alle Manöver selbst planen, angehen und ausführen. Dabei entwickelt man sehr schnell ein Gefühl für Schiff und See, welches einem später auch hilft, wenn man ein größeres Fahrzeug zu führen hat.

Nach einem Segelsommer mit meinem kleinen Youngster stand ich im anderen Jahr das erste Mal am Ruder sowie an den Fallen und Schoten eines -zig Tonnen schweren Kriegsfischkutters. Aus der Erfahrung mit dem kleinen Boot heraus verstand ich die Dinge, die mich der Skipper tun ließ und kam so bestens zurecht. Auch als ich mir dann noch ein Jahr später, also zwei Jahre nach meinem Youngster eine etwa eineinhalb Tonnen verdrängende kleine Yacht zulegte, hatte ich aufgrund meiner Erfahrung mit mit meiner kleinen Jolle keine Probleme, das größere Schiff von Anfang an alleine zu segeln.

Auch dieses Schiff, eine Patrizia aus den späten sechziger Jahren von der Minn-Werft am Bodensee lässt sich sehr gut alleine segeln,. So war ich wiederum nicht auf andere angewiesen, wenn ich segeln wollte, und verbrachte so manche schöne Stunde mit ihr auf dem Bodensee. Man könnte sagen: allein aber nicht einsam, aber schließlich ist ein Seemann niemals alleine wenn er auf seinem Schiff ist und einsam schon gar nicht.



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