Corona-Regelungen: Hamburg als Vorbild

Drachen auf der Alster
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Die neue Verordnung des Senats erlaubt im Bundesland Hamburg das Segeln (fast) ohne Einschränkungen. Es dürfen wieder Boote mit mehr als zwei Personen auf das Wasser.

Mit Spannung haben die Hamburger Segler den Beschluss des Senats zur neuen Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus erwartet, der seit dem 1. Juli in Kraft ist. Wie ist er zu interpretieren? Würde er endgültig das Crew-Segeln mit mehr als zwei Personen erlauben?

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration macht in der neuen, vorerst bis zum 31. August geltenden Vorschrift deutlich, dass die grundsätzliche Abstandsregel von 1,50 Metern nach wie vor bestehen bleibt. Diese ist auch in anderen Bundesländern bisher der Knackpunkt, warum Segelboote überwiegend nur mit Zweier-Crews aufs Wasser gelassen werden.

Aber die entscheidende Neuerung betrifft die Kontaktbeschränkungen: In Hamburg dürfen sich nun Gruppen von bis zu zehn Personen treffen, auch wenn diese aus mehr als zwei Haushalten kommen.

Maximal zehn Personen an Bord

Diese beiden sich widersprechenden Regeln sind für das Segeln offenbar so zu interpretieren, dass die Crewgröße maximal zehn Personen betragen darf. So teilt es jedenfalls der Norddeutsche Regatta-Verein seinen Mitgliedern mit, der beste Beziehungen zur Politik pflegt. “Die Regelungen an Land bleiben die gleichen, aber alle Drachen, J70 und J22 können in klassischer Crewstärke wieder aufs Wasser!”

Weiter heißt es: “Zudem wird in Kürze der Wettkampfbetrieb wieder freigegeben.” Die wöchentlichen jeweils Donnerstags beim NRV stattfindenden Drachen-Traingswettfahrten werden schon ab heute angeschossen.

An Land sind dabei noch die bisherigen Hygienevorschriften wie den 1,50m Mindestabstand einzuhalten sowie ein Check-In am Eingang zum Clubgelände. Auf den Stegen bis zum Betreten der Boote soll auch Mundschutz getragen werden. Aber a Bord gibt es keine Enschränkungen mehr.

Der Hamburger Senat erklärt die Lockerung so: “Seit Wochen ist die Zahl der neuen Corona-Infektionen konstant niedrig. Die neue Verordnung hat eine andere Struktur als die bisherigen Verordnungen. Im Vordergrund steht die Einhaltung der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. Bis auf wenige verbleibende Ausnahmen ist das öffentliche und gesellschaftliche Leben mit diesen Schutzvorkehrungen wieder möglich.”

Während in Schleswig-Holstein schon seit ein paar Wochen fast ohne Einschränkungen gesegelt werden darf harrt man in anderen seglerisch sehr aktiven Bundesländern wie Berlin, Bayern oder Baden Württemberg man noch der Dinge, die da kommen. Es besteht die Hoffnung, dass die Entwicklung in Hamburg als Vorbild dienen kann.

Aber auf dem Wannsee zum Beispiel macht der noch notwendige 1,5 Meter Abstand die Absage der 5.5er German Open Anfang Juli 2020 nötig. Die Deutsche Drachen-Meisterschaft Anfang August 2020 kann ebenfalls noch kein grünes Licht bekommen.