Kehrtwende dänischer Behörden – Freie Fahrt für deutsche Segler

Pantaenius Rund Skagen Regatta im Rahmen der Nordseewoche
article inline
 
 
 

Vor dem langen Wochenende stellt sich die Frage, ob Ostseesegler wie gewohnt in die dänischen Gewässer vordringen dürfen. Gestern noch wurde Rund Skagen abgesagt und Strafen angedroht, nun sieht die Lage offenbar wieder anders aus.

Die Pantaenius Rund Skagen Regatta im Rahmen der Nordseewoche sollte von Cuxhaven durch dänische Gewässer bis nach Kiel führen. Sie musste aber abgesagt werden, nachdem die Behörde Søfartsstyrelsen ein Verbot ausgesprochen hatte. “Wir können keine Regatta starten, bei der die Teilnehmer Gefahr laufen, von dänischen Behörden zu Strafen verurteilt oder gar festgesetzt zu werden”, sagte der Vorsitzende der Regattagemeinschaft Nordseewoche e.V., Marcus J. Boehlich.

Jochen-P. Kunze von der Kanzlei BRINK & PARTNER hatte nach einer Recherche die abschlägige Antwort erhalten.

“Neue, verbesserte Rückmeldung”

Nun aber soll die Passage dänischer Gewässer doch erlaubt sein. Das erklärt Kunze in einem aktuellen Beitrag auf seiner Website. “Zunächst erhielten wir Anfang der Woche eine ablehnende Entscheidung der dänischen Seefahrtsbehörde. Danach ist sowohl für die Einreise per Auto wie für die Einreise über den Seeweg ein Einreiseverbot mit Ausnahmevorbehalt anwendbar.” Rund Skagen wurde abgesagt.

Aber dann habe man “eine neue, verbesserte Rückmeldung erhalten”. Demnach schränken die wegen der Corona-Krise erlassenen Einreisebeschränkungen nun doch “nicht das völkerrechtliche Recht zur friedlichen Durchfahrt gem. Art. 17 UN-Seerechtsübereinkommen ein”. Der Anwalt schreibt: “Das Befahren der dänischen Gewässer ist zulässig.”

Und zum Durchfahren gehöre auch das Ankern. Für Wassersportler aus deutschen Häfen seien daher dänische Gewässer offen. Allerdings ist das Anlegen in dänischen Häfen kaum möglich. Wenn sie allerdings ihren Liegeplatz in Dänemark haben, sollen sie dänische Gasthäfen anlaufen dürfen, “sofern sie zuvor nicht das dänische Hoheitsgebiet verlassen haben”.