Auszeichnung für Schiffskonzept Vindskip

Das Vindskip soll von Wind und LNG angetrieben werden.

 
 
 

Schweröl für Schiffsantriebe gilt als Klimakiller – Alternativen werden gesucht. Auch über Wind wird wieder nachgedacht. Beim Vindskip wird der ganze Schiffsrumpf zum Segel, was nun mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde.

Das Vindskip des Norwegers Terje Lade ist ein windgetriebenes Schiff, das ohne Segel auskommt. Stattdessen wandelt der Rumpf die Energie von Wind, Strömungen und Wellen in Bewegung um. Nun erhielt das Konzept den German Design Award 2020.

„Das außergewöhnliche Design des Schiffsrumpfs, der zugleich als Segel dient, vereint fortschrittlichen Leichtbau mit einer hervorragenden Aerodynamik und Wasserverdrängung“, lobt die Jury in ihrer Begründung. Das Vindskip sei ein äußerst futuristisch anmutendes Schiff, das formal und funktional fasziniere.

Vindskip benötigt zusätzlichen Antrieb

Je härter das Schiff am Wind fährt, desto besser kann es ihn nutzen. Eine spezielle Software, entwickelt vom Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, berechnet auf Basis von Wetterprognosen den idealen Kurs. Denn der kann von der direkten Route abweichen, um möglichst emissionsfrei zu fahren.

Solarzellen liefern dem Frachter weitere Energie. Aber nicht genug. Das Vindskip benötigt einen zusätzlichen Antrieb. Lade setzt hier auf Flüssiggas und hofft, dieses in Zukunft durch Biogas zu ersetzen. Ein Generator erzeugt damit Strom für einen Elektromotor.

Die Bilanz sei beachtlich, verspricht der Entwickler. 60 Prozent weniger Treibstoff als ein vergleichbares Schiff benötige das Vindskip. Der Ausstoß von Kohlendioxid falle um 55 Prozent niedriger aus, der von Stickoxiden um 95 Prozent. Schwefeloxide seien erst gar nicht in den Abgasen enthalten.

Stapellauf frühestens 2022

Allerdings hängt Lade im Zeitplan deutlich zurück. Im Jahr 2015 hatte er prognostiziert: „Wir schätzen, dass wir 2019 in See stechen.“ Noch ist es nicht so weit. Auf Anfrage räumt Lade die Verzögerung ein und nennt das neue Design als Grund. Derzeit hofft er, im kommenden Jahr einen Bauvertrag zu unterzeichnen. Von diesem Zeitpunkt an solle es noch 30 Monate bis zum Stapellauf dauern, so dass frühestens 2022 ein Vindskip über die Meere fahren wird.

Auch in den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität vergab die Jury des German Design Award Preise: So zeichnete sie den Energymanager X von Solarwatt aus. Ebenso die Ladesäule Wallbe MAX sowie die Photovoltaik-Module von Avancis, mit denen Fußgängerbrücken ausgestattet werden. „Die Idee, die Bauwerke mit den speziellen Photovoltaikmodulen optisch aufzuwerten, ist sensationell und verleiht ihnen einen einzigartigen skulpturalen Charakter“, erklärt die Jury.