Deutsche Umweltaktivisten segeln zum Klimagipfel

Dreimast-Schoner Regina Maris

 
 
 

– 36 junge Menschen reisen ab Mittwoch per Segelschiff zur Weltklimakonferenz
– Insgesamt dauert die Seereise nach Südamerika sechs Wochen
– Ein Interview mit einem der „Sail-to-the-COP“-Klimaaktivisten aus Köln

Sie hatten die Idee schon lange, bevor Greta Thunberg per Boot zum UN-Klimagipfel nach New York segelte: 36 junge Klimaaktivisten aus ganz Europa, darunter sieben aus Deutschland, stechen am Mittwoch (02.10.2019) mit dem Dreimastschoner „Regina Maris“ in See.

Ihr Ziel: die Welttklimakonferenz in Chile. „Sail-to-the-COP“ heißt ihr Projekt. Das Geld für die Reise haben sie per Crowdfunding-Aktionen gesammelt. Ein Interview mit Lukas Kiefer aus Köln, einem der Aktivisten .

WDR: Was sind das für Menschen, die mit Ihnen reisen?

Lukas Kiefer: Ein bunter Haufen: Wir sind 36 Menschen aus Europa und eine aus Marokko. Manche sind Umweltaktivisten, andere Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen, Unternehmer aus dem Bereich und auch Künstler. Der jüngste Teilnehmer ist 18 Jahre alt, der älteste Anfang 30.

WDR: Was ist der gemeinsame Nenner?

Kiefer: Wir haben alle die gleiche Motivation: Wir sind alle besorgt wegen des Klimawandels. Was Wissenschaftler längst eindrücklich erklären, ist vor allem den Politikern noch nicht bewusst geworden. Unser Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Luftfahrt zu lenken.

WDR: Wie lange sind Sie unterwegs?

Kiefer: Sieben Wochen. Wir fahren von Amsterdam aus los und segeln dann über Marokko, Teneriffa, Kap Verde und Recife nach Rio de Janeiro. Von dort aus fahren wir mit dem Bus weiter nach Chile.

WDR: Was passiert an Bord?

Kiefer: Wir werden alle im Schichtdienst mitsegeln, vor allem aber in Arbeitsgruppen an verschiedenen klimapolitischen Themen arbeiten und versuchen, Lösungsvorschläge für nachhaltiges Reisen zu entwickeln.

Außerdem wollen wir mehr Menschen über die Auswirkungen der Luftfahrt aufklären und Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken, welches immer noch zu wenig behandelt wird. Das Schiff wird so zu einem „segelnden Think Tank“.

WDR: Es gab viel Kritik, als Greta Thunberg zum Klimagipfel segelte. Eines der Argumente war: Ihre Reise sei umweltschädlicher als Flugreisen. Wie stehen Sie dazu?

Kiefer: Ich finde die Kritik oftmals falsch, weil gerade Menschen die Kritik äußern, die selber nichts tun. Ich halte solche Reisen für richtig, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir versuchen alle ohne Flug wieder zurück nach Europa zu kommen. Manche nehmen ein Segelschiff, manche auch Frachtschiffe.

Ich selber möchte auch zurück mit einem Segelboot. Wir versuchen alles, um unsere Emissionen klein zu halten.