Olympia-Test: Schmidt/Boehme als Fünfte beste Deutsche

Justus Schmidt (re.) und Max Boehme landeten in Japan im 49er auf Platz fünf.

 
 
 

Die deutsche Segel-Nationalmannschaft hat die Olympia-Generalprobe in Japan mit gemischter Bilanz abgeschlossen: Drei der sieben deutschen Boote erreichten die Top Ten, beste deutsche Crew waren die Kieler Justus Schmidt und Max Boehme. Den Seglern machte vor allem die japanische Hitze zu schaffen.

Enoshima/Japan. „Die Hitze war wirklich extrem, dafür sind wir als Europäer einfach nicht gemacht“, erklärte 49er-Vorschoter Boehme grinsend. „Vor allem in den Leichtwindrennen war das krass. Der Wind war sehr warm, und auch das Wasser war nicht kälter als die Luft.“ Abhilfe sollten zwischen den Rennen Eiswesten und andere Hilfsmittel schaffen. „Viel trinken, Eiswürfel in den Nacken – da war auch Disziplin gefragt“, sagte Boehme. Die Kieler brauchten eine gewisse Zeit, um sich zu akklimatisieren, fuhren an den ersten beiden Wettkampftagen mit unter anderem einem 15. und einem 17. Rang teilweise hinterher. „Da haben wir ein paar dicke Fehler gemacht und waren irgendwie auch vom Kopf nicht richtig da“, so Boehme. „Durch die Hitze war es sehr schwer, die Konzentration hochzuhalten. Wir hatten ein paar Aktionen, bei denen wir uns hinterher gefragt haben: Warum? Das Gehirn kam nicht richtig hinterher“, ergänzte der seit gestern 28-Jährige lachend.

Neuseeländer Burling/Tuke triumphieren

Der zweite Teil der Olympia-Generalprobe aber lief für die Kieler Skiff-Segler gut. „Das war insgesamt ein richtig guter Test, wir konnten viel mitnehmen“, sagte Boehme. Am Ende lagen 24 Punkte zwischen den Kielern und den neuseeländischen Top-Stars Peter Burling und Blair Tuke, die die Regatta vor den Briten Dylan Fletcher und Stuart Bithell für sich entschieden. „Pete hat in so einer Regatta halt keinen solchen Ausreißertag wie wir“, sagte Boehme über den Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner. „Aber die Dominanz ist nicht so riesig wie vor Rio 2016, als er alles in Grund und Boden gefahren hat. Er ist schlagbar – das ist schon eine Erleichterung.“

Eine starke Leistung zeigten auch die Kieler Katamaransegler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Die Nacra17-Crew landete am Ende auf Rang sechs, nur sieben Punkte hinter dem Silberrang, konnte im Verlauf der Regatta aber einen Tagessieg für sich verbuchen und fuhr auch im abschließenden Medaillenrennen als Erstes über die Linie. Ganz oben standen nach insgesamt 13 Rennen die Italiener Rugero Tita und Caterina Banti.

Buhl „enttäuscht und unzufrieden“

Olympia-Medaillenhoffnung Philipp Buhl war mit seinem Auftritt dagegen überhaupt nicht zufrieden. „Ich bin enttäuscht und unzufrieden. Für mich ist diese Generalprobe gescheitert“, meinte der dreimalige WM-Medaillengewinner. „Die Bedingungen waren sehr schön, aber ich hatte einige Kleinigkeiten aktuell nicht drauf.“ Unter ihren Möglichkeiten blieben beim Test im anspruchsvollen und wechselhaften Revier die Berlinerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz mit Platz elf im 49erFX. Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger aus Kiel segelte auf Platz 13.

Weitere Erfahrungen im Olympiarevier können die deutschen Segler ab Dienstag sammeln. Dann startet an selber Stelle der Segel-Weltcup.