Mini-Segler verschwunden – Suche nach Stéphane Thomas eingestellt

Der herrenlose Mini vom Typ Maxi 6.50

 
 
 

Der Mini 6.50 Skipper Stéphane Thomas aus Nantes ist auf See geblieben. Seine “Aelig” vom Typ Maxi 650 wurde mit gesetzten Segeln ohne den 56-Jährigen an Bord vor Ushant gefunden.

Während 69 Skipper der Mini-Flotte die erste Etappe des Trasgascogne Rennens von Les Sables d’Olonne nach Laredo in Spanien ohne größere Probleme bei eher leichtem Wind absolviert haben, ist es am Rande der Regatta offenbar zu einem tragischen Unfall gekommen.

Stépahane Thomas war am 22. Juli in Lorient gestartet, um seine 1.000 Meilen lange Qualifikationsstrecke für das diesjährige Mini-Transat zu absolvieren, aber nun ist sein Maxi 650 “Aelig” ohne Besatzung gefunden worden.

Die französische Seenotrettungsorganisation SNSM-Kanu am Samstagabend hatte das verlassene Boot von einem Flugzeug aus vor Ushant gesichtet und dann eine mehrstündige Suche nach dem Segler eingeleitet. Sie wurde schließlich ohne Erfolg abgebrochen. Es gibt kaum Hoffnung, Thomas noch lebend zu finden.

Der Franzose ist ein Neuling in der Welt des Einhandsegelns auf einem Mini. Er wollte erstmals am Min-Transat im September teilnehmen und hatte dafür im März bei der Werft IDB Marine das zehnte Exemplar der neuen Aufsehen erregenden Plattbug-Konstruktionen für die Serien-Klasse erworben.

Zweimal war er damit 2019 bei einer Mini-Regatta am Start. Beim Pornichet Select wurde er von 60 Startern 55. Danach musste er beim Zweihandrennen Mini-Fastnet mit seinem Bruder Olivier nach einem Schaden aufgeben.

Um sich für die Mini-Transat zu qualifizieren, musste Stéphane Thomas noch wie alle Teilnehmer einen 1.000 Meilen langen Solo-Kurs vorweisen. Er war am 22. Juli Richtung Irland aufgebrochen, um dort eine Marke vor Coningbeg zu runden. Auf dem Rückweg sendete sein AIS-Signal plötzlich nicht mehr.

Die besorgten Verwandten alarmierten das französische Zentrum für Seenotrettung. Und das Schiff wurde in der Nacht von Samstag, 3. August auf Sonntag, 4. gut drei Meilen vor der Insel Ushant am Kap Finistère gesichtet und später abgeschleppt.

Eine kleine 6.50 Meter Yacht auf hoher See zu beherrschen, gehört zu den größtmöglichen seglerischen Herausforderungen überhaupt. Dafür passiert relativ wenig, auch weil das Sicherheitsnetz gerade bei den Regatten inzwischen engmaschig gestrickt ist.

Allerdings werden seit 1977 zehn Mini-Segler auf einer Verlust-Liste geführt. Sie blieben aber überwiegend nicht ihm Rahmen eines Rennens auf See. Zuletzt ist 2011 der Franzose Jean-Marc Allaire im Alter von 34 Jahren bei seiner Anfahrt zum Mini-Transat-Rennen über Bord gegangen. 1991 verschwand Marie-Agnès Péron während des Mini-Transats. Ihr zu Ehren trägt eine der wichtigsten Mini-Regatten zu Beginn des Jahres ihren Namen.