«Medaillen kann man nur erarbeiten»

SEGELN ⋅ Die Schweiz soll an Olympia 2020 wieder Chancen auf Medaillen haben. Dazu holte «Macher» Alberto Casco die weltbesten Trainer ins Boot.

Vor einem Jahr haben sieben Persönlichkeiten aus der Segelszene die gesamte Führung des Schweizer Segelverbandes abgelöst und die Zügel selbst in die Hand genommen, darunter auch Alberto Casco aus Cham, der nun im Zentralvorstand von Swiss Sailing für den Leistungssport verantwortlich ist. Die Hoffnung auf eine Olympische Medaille an den Spielen in Tokio 2020 erhält damit neuen Auftrieb, denn Casco gilt als Macher.

Alberto Casco zeigte bereits als Präsident von Swiss Optimist, der Klasse der jüngste Seglerinnen und Segler, wie man international erfolgreich sein kann. Er hatten die weltweit besten Trainer in die Schweiz geholt und deshalb massgeblichen Anteil daran, dass die Schweiz 2014 und 2016 den Opti-Weltmeistertitel holen konnte.

Alberto Casco, werden in Zukunft Erfolge wie bei den Optimisten auch in andern Segel-Klassen möglich sein?

Im Elitebereich von Swiss-Sailing-Team arbeiten ausschliesslich World-Class-Coaches. Unser Nachwuchskonzept von 2018 bis 2024 sieht vor, dass 230 zusätzliche Trainingstage mit Toptrainern für den Nachwuchs angeboten werden können. Das gilt für alle Klassen beim Nachwuchs. Erste Erfolge können wir bereits verbuchen, ein weiterer WM Titel bei den Junioren. Der Titel bei den Nacra-15-Katamaranen wurde dieses Jahr in die Schweiz geholt.

Das kostet aber auch eine schöne Stange Geld …

Wir hatten im letzten Jahr ein Budget von rund 1,5 Millionen Franken. Die Beiträge von Swiss Olympic liegen dieses Jahr um rund 300 000 Franken höher, weil Segeln nach Rio de Janeiro wieder zu den Sportarten der Stufe 1 gehört. Das genügt aber bei weitem nicht. Wir brauchen jetzt eine weitere Säule. Mit einer Donatorenvereinigung wollen wir Persönlichkeiten ansprechen die partizipieren können, indem sie namhafte Beträge zur Verfügung stellen. Der «Sailing Ambassador Club» wird dieses Jahr lanciert und spricht Einzelpersonen, Firmen, Klubs und Regionen an. Als Gegenleistung erhalten sie erstklassige Events.

Das klingt gut. Dürfen wir also an der nächsten Olympiade 2020 in Tokio mit Medaillen im Segeln rechnen?

Das kann man nie, man kann davon träumen. Ich habe dazu folgende Philosophie: Wenn du willst, dass Träume wahr werden, dann gibt’s nur eines, harte ehrliche Arbeit und das ist im Segelsport Training und die Ausbildung. Das Swiss Sailing Team und die Athleten sind bereit, dieses Engagement abzuliefern.

Wie beurteilen Sie das Segelgeschehen in der Zentralschweiz?

Nicht ganz so positiv, wir haben ein einfaches Problem: Niemand in den Clubs ist mehr gewillt, viel Zeit zu investieren und das nötige Engagement aufzubringen, um den Nachwuchs erfolgreich zu fördern. Viele Segelklubs kämpfen mit der Überalterung. Der Fehler wurde vor rund zwanzig Jahren gemacht, wo sich einige Clubs zu elitär verhielten, jetzt klafft eine riesige Lücke. Es ist nicht damit getan, wenn man seine Nachwuchssegler einfach zum Nachbarklub schickt, damit sie dort von einem guten Training profitieren können. Diese sind weg vom eigenen Verein und kommen nie mehr zurück. Wir müssen aufpassen, dass Segeln nicht zum Livestyle-Sport wird und nur noch gesellschaftliche Anlässe das Clubleben prägen.

Kalender

Segelregatten 2018 auf dem Vierwaldstättersee. 9.–13. Mai in Luzern: Internationale Meisterschaft der Drachenklasse (Yachtclub Luzern). – 2. Juni in Luzern: Pilatus Cup (VC-Regatta/Tribschenhorn. – 15.–17. Juni: Act 3 Swiss Sailing Super League. – 22.–23. Juni in Stansstad: 50 Meilen Trophy (VC-Regatta). – 30. Juni–1. Juli in Flüelen: Uri-Stier (VC-Regatta:). – 17.–19. und 23.–26. August Windweek in Brunnen: Schweizer Meisterschaft Yngling Klasse, Meisterschaft der J70-Klasse; Windweek Challenge (VC-Regatta). – 15.September in Buochs: Bürgenstock Race (VC-Regatta).