Chronometer als Hommage an die H4 von John Harrison

Uhrmacher Rolf Lang aus Bad Gottleuba, Am Alten Königsweg 20. Telefon: 035023/510400 mit Chronometer © Detlev Müller Hauptstraße 128 09619 Voigtsdorf presse@erzgebirgsfoto.de 01733944137 Stnr.: 220/251/01948 - Finanzamt Freiberg ***ACHTUNG: Jegliche kommerzielle Nutzung ist Honorar und Mehrwertsteuerpflichtig ,7 % Mehrwertsteuer ! Honorar siehe MFM, Weitergabe an Dritte nur nach vorheriger Absprache mit dem Urheber ! Gilt auch für Internet. Die Einholung von Persönlichkeits -, Kunst- oder Markenrechten ist nicht zugesichert diese Klärung obliegt dem Nutzer. Wichtig ! Verstöfle werden verfolgt !!! © Detlev Müller Hauptstraße 128 09619 Voigtsdorf presse@erzgebirgsfoto.de 01733944137

Uhrmachermeister Rolf Lang würdigt mit dem Chronometer „Golden H“ einen der größten Handwerker seiner Zunft. Die Zukunft der Uhrenindustrie betrachtet Lang allerdings mit Skepsis.

Unter Uhrmachern gilt John Harrison als Genie, dabei war er eigentlich Tischler. Als Autodidakt löste er 1761 eines der größten Probleme seiner Zeit. Mit dem von ihm konstruierten Chronometer H4 ließ sich erstmals der Längengrad bestimmen. Für die Seefahrernation England ein gewaltiger Fortschritt und für Uhrmachermeister Rolf Lang aus Bad Gottleuba Antrieb, zum 325. Geburtstag im März 2018 seinem Idol eine Hommage zu erweisen.

Auf der Bootsmesse in Dubai stellte Lang den Chronometer „Golden H“ vor – ein Unikat, das in 4.000 Stunden reiner Handarbeit aus 985 Einzelteilen erschaffen wurde. Das gesamte Gehäuse und die Aufhängung be­stehen aus 18-karätigem Roségold. Das speziell dafür konstruierte Werk mit Chronometerhemmung und 18.000 Halbschwingungen pro Stunde soll eine hohe Ganggenauigkeit garantieren, in Anlehnung an das Vorbild von John Harrison. „Seine H4 lief 400-mal exakter als die besten Uhren jener Zeit. Sie wäre aber auch den besten Armbanduhren der Gegenwart um das 165-Fache überlegen“, schwärmt Rolf Lang von Harrisons Uhr, die im National Maritim Museum Greenwich in London ausgestellt ist.

Hochachtung vor den alten Meistern

Lang fühlt sich mit seiner 2012 gegründeten Manufaktur „Rolf Lang Dresden“ aus ganzem Herzen dem traditionellen Uhrmacherhandwerk verpflichtet. Das liegt an seinem persönlichen Werdegang. Nach der Lehre beim Vater in Gera, Wehrdienst und Studium fand er seine Berufung schließlich in der Restauration, stieg bis zum Chefrestaurator des Mathematisch-Physikalischen Salons im Dresdner Zwinger auf. „In diesen elf Jahren habe ich Uhren vom 14. Jahrhundert bis in die Neuzeit kennen­gelernt und mir einen großen Fundus an Wissen angeeignet“, beschreibt Lang jene Jahre, die seinen Berufsethos sowie seine Hochachtung vor den alten Meistern prägen sollten.

Später arbeitete er bei so namhaften Herstellern wie A. Lange & Söhne im sächsischen Uhrenmekka Glashütte, bei Moser & Cie in Schaffhausen (Schweiz) oder bei Tutima wieder in Glashütte, wo er die erste in Deutschland entwickelte Armbanduhr mit Minutenrepetition baute. „Sie gibt die Uhrzeit als akustisches Signal wieder. Zuerst schlägt sie die Stunden, dann die Viertelstunden und schließlich die seit der letzten Viertelstunde vergangenen Minuten“, klärt Lang auf.

Und trotz seiner 70 Jahre sprüht der Meister immer noch vor Ideen und Tatendrang. Als nächstes Projekt möchte er eine Uhrenkollektion der Seidenstraße widmen. 16 Städte sollen in edlen Armbanduhren verewigt werden, von der jede auf zwölf Stück limitiert ist. Die Uhr für Dubai ist schon fertig, als Nächstes sollen Xiang und Shanghai folgen.

Smartwatch mit hohem Gebrauchswert

Der Uhrmachermeister macht keinen Hehl daraus, dass er sich gedanklich nach Osten wendet, „weil ich mit dem Westen nicht mehr klarkomme“. Er glaubt, dass der Niedergang der Uhren­industrie durch die Smartwatch beschleunigt wird. „Sie haben einen hohen Gebrauchswert und werden von der jungen Generation gut angenommen. Was bleibt, sind mechanische Luxusuhren. Aber die Uhrmacher, die so etwas bauen können, werden immer weniger“, sagt Rolf Lang. „Es ist schon viel Wissen verloren gegangen.“

Seine eigenen drei Mitarbeiter hat Rolf Lang allesamt selbst ausgebildet. Um dem Wissensverlust Einhalt zu gebieten, hat er eine Vision: „Ich möchte mein Wissen nach Dubai bringen und dort eine Luxusuhrenmanufaktur mit vier bis fünf Spezialisten aufbauen.“ Sein Konzept, das der Königsfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate vorliege, sieht außerdem eine fünfjährige Ausbildung vor sowie einen jährlichen Wettbewerb, in dem die besten Uhrmacher der Welt gesucht werden. Preisgeld: 30.000 Euro. Was der Scheich davon hält, wolle er noch vor dem Beginn des Ramadan am 15. Mai mitteilen.