Perfekte Charterreviere: Hier segeln Sie dem Winter ganz sicher davon

Der Winter lässt sich nicht aufhalten, man kann ihm aber entkommen. Zum Beispiel auf einer Segelyacht. Wir stellen sechs Charterreviere abseits der üblichen Routen vor – von Atlantik bis Südsee.

Sportlich: Kanaren

Lange war die Türkei das beliebteste Herbst- und Winterrevier, inzwischen bieten die Kanaren eine attraktive Alternative. Hier ist es das ganze Jahr über angenehm warm, auch im Dezember locken 16 bis 21 Grad. „Das sind vielleicht keine Badetemperaturen, aber zum Segeln ist es toll“, sagt Sven Gronau von Scansail Yachts. War das Revier einst berüchtigt für überalterte Charterflotten und klapprige Boote, stehen auf Teneriffa heute moderne Yachten bereit, darunter eine moderne Dufour-Flotte.

Als Familienrevier fürs Buchten-Bummeln eignen sich die Gewässer nur begrenzt, aber es gibt einige Anlaufstellen, etwa auf den geschützten Westküsten von Lanzarote und Fuerteventura. Sportliche Crews erwartet ein Revier mit Charakter, Rauschefahrten in Passatwinden und tiefblauer Atlantikwelle. Bei der Auswahl der Zwischenstopps hat man die Wahl zwischen touristisch erschlossenen Marinas oder kleinen Fischerhäfen. Zum Führen von Yachten wird ein Sportbootführerschein See verlangt.

www.scansail.de

Im Aufwind: Azoren

Die Anker-Inseln mitten im Atlantik. Vor allem die Marina Horta auf Faial ist ein beliebter Zwischenstopp auf der Reise in die Karibik oder auf dem Rückweg nach Europa. Mit der Taverne „Peter“ (wer „Bar“ oder „Café“ sagt, gibt sich als Landratte zu erkennen) ist eine der berühmtesten Seemannskneipen der Welt hier zu finden. Der Besuch des mit Flaggen aus aller Welt geschmückten Treffs ist ebenso Pflicht wie das Hinterlassen einer gemalten Botschaft an der mit Steuerrädern, Meerestieren und Schiffen verzierten Kaimauer im Hafen.

Denen, die sich hier verewigen, soll das Glück auf See treu bleiben. Um die fünf inneren Inseln der Azoren auf einem Segelboot zu erkunden, sollte man sich mindestens eine Woche Zeit lassen. Aufgrund der teilweise längeren Etappen von sieben bis neun Stunden ist das Revier für Törns mit kleinen Kindern weniger geeignet.

Auch Buchten-Bummeln fällt in der Regel aus, weil die Inseln steil aus dem Wasser aufragen. Dafür stehen Begegnungen mit Delfinen und Walen auf der Tagesordnung, und die Inseln bieten ganzjährig eine überquellende grüne Natur, prächtige Gärten und die einzigen Teeplantagen in Europa. Die Preise liegen auf Mittelmeer-Niveau.

charterzentrum.de/azoren.html

Paradiesisch: Tahiti und Bora Bora

In Wirklichkeit noch schöner als auf jeder Postkarte: Französisch-Polynesien im Südpazifik. Eines seiner fünf Atolle bilden die Gesellschaftsinseln, die auf einem Törn von der Charter-Basis in Uturoa auf Raiatea erkundet werden können. Hier sind fliegende Fische zu Hause, das Wasser ist 27 Grad warm und schillert in allen Blau- und Türkistönen.

Es warten: Bora Bora mit einer der schönsten Lagunen der Welt, die Vanille-Insel Tahaa, auf der auch seltene schwarze Perlen gezüchtet werden, Tahiti mit der Inselhauptstadt Papeete und Raiatea selbst. Entspanntes Navigieren auf Sicht, ein kaum wahrnehmbarer Tidenhub und 25 bis 35 Grad im Sommer machen das Segeln zum paradiesischen Vergnügen, auch wenn die vielen schmalen Durchlässe zwischen den Riffs Präzision bei der Ansteuerung erfordern.

Eine große Sunsail-Charterbasis befindet sich in der Marina Apooiti, zwei Fahrminuten vom Flughafen entfernt. Hier lohnt sich auch die Einkehr in eines der besten Restaurants von Raiatea: Im „Opoa Beach Restaurant“ am Meer, dessen weiß lackierte Dielen ohne Schuhe betreten werden, kommen die Gerichte wie Kunstwerke auf den Tisch.

www.sunsail.de

Ganz Weit draußen: Neukaledonien

Die Inselgruppe liegt querab von Australien zwischen Papua-Neuguinea und Neuseeland. Die Hauptinseln Grande Terre, Îles Loyauté und die Île des Pins – seit 2008 Weltnaturerbe der Unesco – sind als Segelrevier noch immer ein Geheimtipp. Wegen der mindestens 20-stündigen Anreise aus Deutschland (Luftlinie: 16.000 Kilometer) hält sich das Interesse an diesem Traumrevier bislang in Grenzen – obwohl hier mit der weltgrößten Lagune und dem zweitgrößten Korallenriff der Erde einige Naturwunder warten.

Internationaler Charterstützpunkt ist die Marina Port Moselle in Nouméa, dessen Zentrum eine moderne nautische Infrastruktur und viel französische Lebensart bietet. Gesprochen wird Englisch und Französisch. Große Vercharterer bieten neben Einrumpfyachten auch Katamarane bis 50 Fuß an. So kann man den Traum zu acht genießen – und die Kosten teilen. Unbedingt ansehen: den 56 Meter hohen, schneeweißen Phare Amédée, der 1865 als erster Metall-Leuchtturm auf französischem Boden errichtet wurde.

Dass Neukaledonien ein französisches Übersee-Departement ist, schmeckt man übrigens auch. Besonders köstlich sind Fischgerichte und Meeresfrüchte, bei der Zubereitung treffen sich französische, asiatische und ozeanische Einflüsse. Die besten Crêpes serviert das „Le Rocher“ in Nouméa – mit einer Traumaussicht aufs Meer als Beilage.

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